AC forscht
  • Über uns
  • Kontakt
AC forscht
  • Über uns
  • Kontakt
AC forscht

Versorgungswege der Patienten untersuchen: Oldenburger Mediziner erhalten rund eine Million Euro für Studie zu Gemeindenotfallsanitätern

von Uniklinik RWTH Aachen26. September 2019 in Ausgezeichnete Forschung,
Notfall

Rettungsdienste bei nicht lebensbedrohlichen Notfällen entlasten – das könnten künftig Gemeindenotfallsanitäter leisten. Ob und wie speziell geschulte Sanitäter tatsächlich dazu beitragen, die hohe Belastung von Notaufnahmen und Rettungsdiensten zu verringern, untersucht jetzt ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Oldenburg. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) – dem Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen – fördert das Vorhaben „Inanspruchnahme, Leistungen und Effekte des Gemeindenotfallsanitäters (ILEG)“ mit 1,1 Millionen Euro. An dem Projekt beteiligt sind neben der Universität Oldenburg auch die Universitäten Maastricht und Magdeburg sowie das Institut für Medizinische Informatik an der Uniklinik RWTH Aachen unter Leitung von Institutsdirektor Univ.-Prof. Dr. Rainer Röhrig.

Das „Oldenburger Forschungsnetzwerk Notfall- und Intensivmedizin“ der Universität begleitet das Projekt unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Ulf Günther vom Klinikum Oldenburg bereits seit dem 1. Januar 2019. Das Vorhaben der Berufsfeuerwehr Oldenburg, des Deutschen Roten Kreuzes Cloppenburg, der Malteser Hilfsdienste Oldenburg und Vechta, des Rettungsdiensts Ammerland sowie der Großleitstelle Oldenburger Land und der Leitstelle Vechta ermöglicht bereits den probeweisen Einsatz der Gemeindesnotfallsanitäter. Bisher haben die Forscherinnen und Forscher des Netzwerks mit Hilfe von Fragebögen die Einsätze der Gemeindenotfallsanitäter analysiert – etwa, wie dringlich diese Einsätze waren oder obzusätzliche Rettungsmittel benötigt wurden.

In dem neuen Vorhaben untersuchen sie nun, wie sich die Inanspruchnahme von Rettungsdiensten und Notaufnahmen durch den Einsatz von Gemeindenotfallsanitätern tatsächlich geändert hat. Daneben untersuchen die Experten, wie die Versorgung der Patienten konkret abläuft – von der ersten Meldung in der Leitstelle bis hin zur möglicherweise stattfindenden Behandlung in einer weiterversorgenden Einrichtung.

Die Wissenschaftler wollen zudem erfahren, in welchen Fällen die Gemeindenotfallsanitäter zum Einsatz kamen und welche Leistungen erbracht wurden. Dafür sollen ab Januar 2020 etwa tausend Patienten in vier Kommunen Nordwest-Niedersachsens (Stadt Oldenburg, Landkreis Ammerland, Landkreis Vechta, Landkreis Ammerland) mittels Fragebögen zu ihren Erfahrungen befragt werden. Außerdem wollen die Forscher nachverfolgen, wie die Behandlung nach dem Einsatz der Gemeindenotfallsanitäter weiterging. Dafür werten sie beispielsweise Dokumente aus, die in der Notaufnahme oder bei der Entlassung entstehen. Das Nachverfolgen des weiteren Verlaufs ermöglicht den Forschern zu bewerten, ob die Einschätzungen von Leitstellendisponenten und Gemeindenotfallsanitätern richtig waren. Ziel ist, aus diesen Erkenntnissen Leitlinien ableiten zu können.

Seit Jahren steigt die Zahl der Einsätze von Rettungsdiensten. Doch bei jedem dritten Einsatz geht es nicht um einen lebensbedrohlichen Notfall, sondern um medizinische Hilfe unterhalb der Notfallschwelle. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt der Gemeindenotfallsanitäter ins Leben gerufen, finanziert durch die AOK Niedersachsen und den Verband der Ersatzkassen (VdEK) Niedersachsen. Derzeit gibt es 26 Gemeindenotfallsanitäter, die zu Hilfesuchenden fahren, wenn die Rettungsleitstelle sie nicht als akute Notfälle einstuft. So muss der für Notfälle vorgesehene Rettungswagen nicht in jedem Fall ausrücken. Die Gemeindenotfallsanitäterin oder der Gemeindenotfallsanitäter leisten vor Ort direkte Hilfestellung und greifen bei Bedarf auf das Netzwerk der ambulanten Versorgung sowie auf telemedizinische Unterstützung aus dem Klinikum Oldenburg zurück. Quadrate_Satzende

Teile auf FacebookTeile auf Twitter

Verwandte Artikel

Thumbnail_Paper of the Month_Bodden" class="video-format-icon">

Paper of the month: Preisträger Daniel Bodden

von Uniklinik RWTH Aachen18. Mai 2026
Cantanese_ALS

Zweifache internationale Förderung für ALS-Forschung

von Uniklinik RWTH Aachen18. Mai 2026
Immunzellen greifen Krebszellen an – Mikroskopische 3D-Darstellung des Immunsystems

Neue Publikation: Synergistische Wirkung von CAR T Zellen und CAR Makrophagen

von Uniklinik RWTH Aachen1. April 2026
20260317_Gruppenfoto_Jonigk,Ackermann_01_blau

Den menschlichen Körper sehen wie nie zuvor: Forschende präsentieren interaktiven 3D-Atlas der menschlichen Organe

von Uniklinik RWTH Aachen18. März 2026
RSS
Facebook
Google+
Twitter
YouTube

Schlagwörter

Auszeichnung Bildgebung Corona Coronavirus Covid-19 Darm Deep Learning Diabetes Diagnostik Digitalisierung DNA Fibrose Forschung Fördermittel Förderung Gehirn Genetik Herz Immunsystem Interview Kardiologie KI Krebs Künstliche Intelligenz Leber Medikamente Medizintechnik Nephrologie Neurologie Neuroradiologie Niere Nieren Pathologie Preis Projekt Publikation Radiologie Seltene Erkrankungen Studie Telemedizin Therapie Tumor Uniklinik Aachen Uniklinik RWTH Aachen Veröffentlichung

Podcastreihe

Vicky sieht grün – in der Psychiatrie
Faszination Medizin,

Vicky sieht grün – in der Psychiatrie

von Uniklinik RWTH Aachen29. Mai 2026

Hervorgehoben

Bahnbrechende Technologie für die biomedizinische Bildgebung
Medizin und Technik,

Bahnbrechende Technologie für die biomedizinische Bildgebung

von Uniklinik RWTH Aachen19. Juli 2024

Kategorien

  • ALS
  • Ausgezeichnete Forschung
  • Entzündung und Folgen
  • Faszination Medizin
  • Forschung hautnah
  • Genommedizin
  • Herz und Gefäße
  • Humangenetik
  • Innere Medizin
  • Medizin und Technik
  • Neurowissenschaften
  • Onkologie
  • Paper of the month
  • Pathologie
  • Psychosoziale Medizin
  • Verbrennungsmedizin

Archive

Verwandte Links

apropos
Stiftung Universitätsmedizin Aachen

© 2025 Uniklinik RWTH Aachen      IMPRESSUM   DATENSCHUTZERKLÄRUNG   BARRIEREFREIHEIT