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Science Snack auf dem Neujahrsempfang: Univ.-Prof. Dr. Ingo Kurth über die Sprache des Genoms

von Uniklinik RWTH Aachen15. März 2026 in Genommedizin,
Earthrise with Sun and Clouds from Space
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„Sprechen Sie Genomisch?“ mit dieser Frage überraschte Univ.-Prof. Dr. med. Ingo Kurth kürzlich das Publikum auf dem offiziellen Neujahrsempfang 2026 der Uniklinik RWTH Aachen. Der Direktor des Zentrums für Humangenetik und Genommedizin erfand kurzerhand eine neue Rubrik, die das Potenzial hat, zur Tradition zu werden: In seinem Science Snack präsentierte Prof. Kurth auf anschauliche Weise Wissenswertes über das menschliche Genom.

Da die rund 140 geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft größtenteils keinen wissenschaftlichen Hintergrund hatten, startete Prof. Kurth seinen Vortrag mit den Basics: Die DNA besteht aus vier verschiedenen Basen und ein Mensch hat insgesamt rund drei Milliarden Basenpaare. Die Gesamtheit dieser Basenpaare bildet das menschliche Genom, auch Erbgut genannt. Darin gespeicherte Informationen verraten viel über ihren Träger, sie sind die „Sprache unseres Lebens“.
In der modernen Medizin basieren immer mehr Therapien und Präventionsmaßnahmen auf individuellen genetischen Eigenschaften. Aus diesem Grund wird es zunehmend wichtiger, die Sprache der Genome mit all ihren Facetten zu verstehen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz kann es gelingen, ähnlich wie bei einer Sprachübersetzung, aus der Eingabe einer DNA-Sequenz ihre Funktion abzuleiten. Das Training der KI muss dabei so konzipiert werden, dass auch für völlig unerforschte DNA-Abschnitte Funktionsvorhersagen möglich sind, die dann wiederum nutzbar im Sinne medizinischer Anwendungen werden. Beispielhaft stellte Prof. Kurth das hierauf trainierte Tool „Genolator“ vor, welches von Dr. Jeremias Krause aus dem Zentrum für Humangenetik und Genommedizin und dem Data Scientist und Doktoranden Martin Danner entwickelt wurde.28

Funfacts
Obwohl das Tool zur Entschlüsselung der genomischen Sprache den Kern des Vortrags bildete, ließ Prof. Kurth es sich nicht nehmen, ein paar Funfacts über die menschliche DNA einzubauen. So erklärte er dem Publikum beispielsweise, dass die Gesamtlänge der eigenen menschlichen DNA rund 80 Milliarden Kilometer beträgt, das entspricht etwa 500-mal der Strecke von der Erde zur Sonne. Davon werden 4.000 Kilometer pro Sekunde neu gebildet. Ebenfalls beeindruckend: Typischerweise tritt bei der Replikation lediglich ein Fehler pro 1 Milliarde Bausteine auf, das entspricht in etwa einem Tippfehler auf zwei Millionen Buchseiten.

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